Allgemeines über Algen

Algen gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde. Sie betreiben Photosynthese und produzieren Sauerstoff, die Grundlage für das Leben auf der Erde ist.  Als Primärproduzenten stehen die Algen am Anfang der Nahrungskette. Wir unterscheiden einzellige (Mikro) und mehrzellige (Makro) Algen. Eine einzelne Mirkoalge ist so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar ist. Unter dem Mikroskop zeigt sie ihre Fülle an Farben und Formen. In großen Vorkommen sind die schwebenden Einzeller Farbgeber unserer grünen Küstengewässer.

Die Makroalgen haben keine Wurzeln die in die Erde eindringen. Sie halten sich mit Saugnapf oder Haftwurzeln an Felsen, Steinen und anderen Pflanzen fest. Am bekanntesten ist wohl der große Seetang, der in den Wellen sanft hin und her wiegt. Algen und Kelpwälder spielen im Meer eine wichtige Rolle, sie sind Küstenschutz und Kinderstube für viele Meerestiere. Umso wichtiger ist, dass die Algen nachhaltig geerntet werden.

Von den mehr als 10.000 Algenarten sind rund 500 Arten essbar. Hauptkonsumenten sind die Japaner, die die Algenzubereitung perfektioniert haben. In Japan und Korea werden auf über 100 000 Hektar Küste Algen für den Verzehr angebaut.

Unterschieden werden die Makroalgen nach ihrer Pigmentzusammensetzung  in

Chlorophyceae - Grünalgen (Ulva - Meersalat),

Phaeophyceae - Braunalgen (Wakame, Kelp, Blasentang, Kombu, Zuckertang),

Rhodophyceae - Rotalgen (Dulse, Irish Moos, Nori).

Von den etwa 6000 Grünalgenarten sind die wenigsten Meerespflanzen. Ein Vertreter ist der papierdünne Meersalat – Ulva, der an Felsen ein vertrauter Bekannter ist. Er wird nicht nur von uns Menschen geliebt, auch Schnecken, Krabben und Seeigel tun sich gütlich an den feinen Grünpflanzen.

Die Farbpalette der ca. 2000 Braunalgenarten reicht von gelb bis zu einem dunklen Braun. An den Küsten finden wir kleine, einfache fädige Algen bis hin zum Riesenkelp, der bis zu 100 Meter werden kann. Von ledrigem Blatt über Riemen bis zu Pflanzen, die zum Auftrieb Blasen bilden, reicht die Formenvielfalt.

Die größte Gruppe der Meeresalgen bilden die Rotalgen mit ca. 4000 Arten. Die Farbnuancen reichen von Rosatönen, Rottönen bis zu Violetttönen. Einige Rotalgen können in ihren Zellwänden Kalziumkarbonat speichern, was sie extrem widerstandsfähig in den Brandungszonen macht. Kalziumkarbonat ist das Mineral, aus welchem Korallen bestehen.

Algen gestern und heute

Schon lange sind Algen an bewohnten Küsten gegessen worden. Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus schrieb der Philosoph Sunzi

„Algen sind Delikatessen, die angemessen für die hochverehrtesten Gäste sind.“

Ein schönes Motto, das heute so aktuell ist wie vor vielen 1000 Jahren.

In der Geschichte Asiens finden sich die ersten Berichte über den Gebrauch von Algen  in China schon 2500 Jahre vor Christus. Von China übernommen haben diese Kultur die Japaner. Hier belegen schriftliche Aufzeichnungen, dass Algen vor etwa 1.500 Jahre gegessen wurden. Um 1670 begannen die Japaner mit der Züchtungen von Algen in Aquakulturen.

Auf der anderen Seite der Erdhalbkugel, z.B. auf Hawaii, werden Algen als Spezialität genossen. Dort werden die Makroalgen Limu genannt. Karengo nennen die Maoris in Neuseeland die Meeresalgen.

In Europa dauerte es etwas länger, bis die Algen in der Küche genutzt wurden. Sie waren eher als Viehfutter, Dünger oder als Medizin anerkannt. Zum Beispiel wurde in Irland und in Griechenland Dulse (Palmaria Palmata – Dillisk, Lappentang) als Wurmmittel und später als sexuelle Stimulanz genutzt.

Ersten Aufzeichnungen finden sich in einem irischen Gedicht aus dem 12. Jahrhundert von Mönchen, die Lappentang sammelten. Bekannt und überliefert ist auch, dass Dulse (Lappentang) Seefahrern gegen Skorbut auf die Reise mitgegeben wurde. Noch heute gibt es in Irland Pubs, wo zu einemdunklen Bier auch  Dulse als Snack gereicht wird.

Heute rücken Algen immer mehr in den Focus für die Ernährung und auf der ganzen Welt werden Algen erforscht. Sie werden als Treibstoff getestet, verstärkt für die Nutzung in der Medizin erprobt und als Alternative zu Plastik  z.B. als Verpackungsmittel gehandelt. 

Im Gegensatz zu Landpflanzen wachsen Algen 10- bis 30-mal schneller, was ein immenser Vorteil ist. Der Algenanbau wird wirtschaftlich immer interessanter, auch wenn dieser Zweig noch sehr jung ist. An der galizischen Küste, in der Bretagne und auch auf Sylt gibt es Offshoreanlagen zur Algenzucht. Schon heute werden mehr als  15 Millionen Tonnen Algen angebaut und verarbeitet. In vielen Lebensmitteln stecken Algen. Schätzungen berufen sich auf  ca.70%. (siehe Artikel Zusatzstoff Alge) Weltweite Hauptproduzenten für Makroalgen sind die Philippinen, China und Indonesien. In Europa kommen die meisten Algen aus der Bretagne und Irland.